Experten-Interview Endesa

endesa hahnenbergerEndesa ist der größte private Energiekonzern Spaniens. Ingo Rütten interviewte Stefan Hahnenberger, Niederlassungsleiter Deutschland der Endesa Energía S.A. für das Magazin “economía” der Deutschen Handelskammer für Spanien über die Zukunft des Energiemarktes in Deutschland und Spanien, Geschäftsstrategien der Marke und neue Energiedienstleistungen: „Wir sind weit mehr als ein Energielieferant – wir bieten ganzheitliche Lösungen.“

Wir sind weit mehr als ein Energielieferant – wir bieten ganzheitliche Lösungen.

Interview mit Stefan Hahnenberger, Niederlassungsleiter Deutschland Endesa Energía S.A.

Ingo Rütten: Endesa ist der größte Energieversorger Spaniens – welche Produkte und Dienstleistungen bieten Sie genau an?

Stefan Hahnenberger/Endesa: Unser Kerngeschäft ist die Stromerzeugung, sowie die Distribution und Vermarktung von Strom und Gas. Darüber hinaus bieten wir bereits heute eine Reihe von Dienstleistungen rund um das Thema Energie und bauen diese zukünftig auch weiter aus: So beraten wir unsere Kunden, wie man die Energieeffizienz steigern kann; wir vergleichen und optimieren die verschiedenen Energieträger in Form von Wirtschaftlichkeitsbetrachtungen und wir beteiligen uns an Zukunftsprojekten zum Thema Smart Home, Smart Grid und Elektromobilität.

Ingo Rütten: Früher war Endesa ein spanisches Staatsunternehmen – heute eine börsennotierte AG, die weltweit operiert. Nur noch rund die Hälfte der Mitarbeiter und des Umsatzes passieren in Spanien und Portugal – was sind ihre wichtigsten Zielmärkte?

Stefan Hahnenberger/Endesa: Neben Spanien und Portugal sind wir sehr stark in Lateinamerika vertreten, wo wir als größter privater Energiekonzern ca. 40% unseres Umsatzes generieren. Als Teil der Enel-Gruppe sind wir weltweit in über 40 Ländern vertreten. Durch die Liberalisierung des Marktes ist auch Zentraleuropa stärker in unseren Fokus gerückt und wir streben hier ein langfristiges und nachhaltiges Wachstum an.

Ingo Rütten: In Deutschland ist Endesa noch relativ klein. Seit wann sind Sie auf dem deutschen Markt aktiv und welche Pläne haben Sie für Deutschland?

Stefan Hahnenberger/Endesa: In Deutschland sind wir seit dem Jahr 2000 aktiv und betreuen von unserem Frankfurter Büro aus den gesamten deutschen Raum, der als einer der größten Strommärkte Europas eine wichtige strategische Bedeutung für uns hat. Ursprünglich haben wir unsere spanischen und internationalen Kunden, die in Deutschland aktiv sind, einen Ansprechpartner vor Ort anbieten wollen. Heute gibt es aber immer mehr Unternehmen, die wir hier neu akquirieren. Über positive Mundpropaganda werden wir immer häufiger zu Ausschreibungen von Unternehmen eingeladen zu denen bisher noch keine Geschäftsverbindung bestand. Allerdings bieten wir hier keine Privatkundenversorgung an, sondern reine Business-to-Business-Services. Dazu gehört neben der Energielieferung, die den Hauptanteil unseres Geschäftes ausmacht, auch eine intensive Kundenberatung, die wir mit unseren eigenen Mitarbeitern und unseren internationalen Experten durchführen. Dadurch können wir auch unseren deutschen Kunden die gesamte Expertise des Endesa-Konzerns zur Verfügung stellen. So sind wir für viele Kunden weit mehr als „nur“ ein Energielieferant – wir beraten unsere Kunden auch, wie sie Energie effizienter nutzen oder sogar einsparen können. Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich erscheinen, aber letztendlich profitieren wir von langfristigen und partnerschaftlichen Kundenbeziehungen.

Ingo Rütten: Energieunternehmen entwickeln sich immer mehr zu Dienstleistern, z.B. mit eigenen Tankstellen für Elektroautos. In welchen Bereichen ist Endesa hier aktiv?

Stefan Hahnenberger/Endesa: Schon heute bieten wir auch unseren deutschen Kunden hierzu Komplettlösungen an, wobei wir sowohl die Elektroautos, als auch die Tank-Infrastruktur, Abrechnungssoftware und natürlich die Energie liefern. Das sind wichtige neue Geschäftsfelder für uns, denn so können wir unsere Kunden ganzheitlich beraten und beliefern, denn schließlich hat der Fuhrpark einen nicht unerheblichen Anteil am Energiebedarf des Unternehmens.

Ingo Rütten: Häufig fällt im Zusammenhang mit der zukünftigen Energieversorgung das Schlagwort „Smart Grid“ – was hat man sich darunter vorzustellen und wie ist Endesa in diesem Bereich tätig?

Stefan Hahnenberger/Endesa: Das „Smart Grid“ ist ein flexibleres und intelligentes Stromnetz, das dezentrale Einspeisung ermöglicht, neben Strom auch Informationen transportiert und sogar steuert, wann welche Haushaltsgeräte aktiviert werden. Der Hauptvorteil ist, dass durch Lastverschiebungen Stromangebot und Stromnachfrage besser aufeinander abgestimmt werden können, bspw. bei einem höheren Anteil von Solar- und Windenergie am Markt, die entsprechende Schwankungen mit sich bringen. Endesa ist in Spanien führend an der Entwicklung beteiligt, beispielsweise im Joint Venture „Smart City Malaga“, wo dieses neue Netz unter realen Bedingungen getestet wird – begleitet von intensiver Grundlagenforschung. Ähnliche Projekte führen wir auch in Barcelona und Santiago de Chile durch. Unsere große Aufgabe für die nahe Zukunft ist der Austausch von 13 Millionen klassischen Stromzählern gegen moderne „Smart Meter“, die die Grundlage für das Smart Grid bilden werden.

Zahlen, Daten, Fakten

  • Gründungsdatum: 1944
  • in Deutschland seit: 2000

Erträge (operating revenues):             

  • weltweit 32.686 Mio €
  • davon Spanien/Portugal: 10.036 Mio. EUR
  • Lateinamerika: 22.650 Mio. EUR

Mitarbeiter:             

  • weltweit 22.877
  • davon Spanien Portugal: 11.670
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